Öffentlicher Dienst: dbb fordert 6 Prozent, mindestens 200 Euro

Öffentlicher Dienst: dbb fordert 6 Prozent, mindestens 200 Euro
Foto: Marco Urban
Der dbb Bundesvorsitzende Ulrich Silberbach erläuterte mit dem ver.di-Vorsitzenden Frank Bsirske (links im Bild) die Forderungen zur Einkommensrunde 2018 der Presse.
6 Prozent mehr Gehalt, bei einer Mindesterhöhung von 200 Euro als soziale Komponente für die insgesamt rund 2,3 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von Bund und Kommunen – so lauten die Hauptforderungen des dbb beamtenbund und tarifunion für die Einkommensrunde 2018. Der VRB unterstützt die Forderungen des dbb, schließlich muss der Staat auch in Zukunft ein attraktiver Arbeitgeber sein.

„Wenn die Arbeitgeber den öffentlichen Dienst nicht vor die Wand fahren wollen, können sie unsere Forderung eigentlich direkt unterschreiben“, erklärte der dbb Bundesvorsitzende Ulrich Silberbach am 8. Februar 2018 in Berlin. „Bund und Kommunen sollten in dieser Einkommensrunde ein Zeichen für eine wirklich nachhaltige Personalpolitik setzen. 6 Prozent linear, mindestens aber 200 Euro als soziale Komponente, für Auszubildende 100 Euro: Mit einer solchen Einkommensentwicklung kann man die Attraktivität und die Nachwuchsgewinnung für den öffentlichen Dienst sichern. Das ist dringend nötig, denn 60 Prozent der Kolleginnen und Kollegen sind schon heute älter als 45 Jahre. Aktuell fehlen zudem bereits über 200.000 Beschäftigte“, so Silberbach.

Im vergangenen Jahr seien die Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden um 4,1 Prozent gestiegen und damit doppelt so stark wie die Wirtschaftsleistung in Deutschland. „Geld ist also genug da, um die Beschäftigten fair und wettbewerbsfähig zu bezahlen. Es ist eine Frage der Prioritätensetzung“, erklärte der dbb Chef. „Eine Sache der Fairness und Wettbewerbsfähigkeit ist übrigens auch die zeit- und inhaltsgleiche Übertragung des Tarifergebnisses auf die Beamten und Versorgungsempfänger des Bundes. Es ist gut und richtig, dass die Großkoalitionäre bereits erklärt haben, das Verhandlungsergebnis 1:1 auf die Beamten übertragen zu wollen. Wir werden die Bundesregierung hier beim Wort nehmen.“

„Um den öffentlichen Dienst attraktiver zu machen, brauchen wir auch dringend eine überdurchschnittliche Erhöhung der Auszubildendenvergütung und eine verbindliche Übernahmezusage nach der Ausbildung“, ergänzte Volker Geyer, dbb Fachvorstand Tarifpolitik. Die Höhe des geforderten Mindestbetrages sei ein logisches Resultat der Entwicklung der letzten Jahre. „Gerade die Kolleginnen und Kollege mit kleinen und mittleren Einkommen sollten jetzt von der guten Einnahmesituation des Staates profitieren. Für eine Pflegehelferin oder einen Straßenwärter mit nur knapp über 2.000 Euro brutto sind 200 Euro eine echte Hausnummer. Das ist angemessen, motivierend und außerdem auch volkswirtschaftlich gut für die Binnennachfrage.“

Im Hinblick auf die bevorstehende Tarifrunde ist dem VRB klar: Wir müssen uns auf harte Verhandlungen einstellen. Gemeinsam müssen wir die Argumente vortragen und Überzeugungsarbeit leisten. Alle sind gefragt! Egal, ob Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer, Beamtin oder Beamter – die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes im Bund und in den Kommunen können nur zusammen Erfolg haben. Gemeinsames Engagement in einer Gewerkschaft lohnt sich und ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Einkommensrunde 2018!

Sonderseite zur Einkommensrunde 2018 (dbb.de)

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